Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Das Projekt 31 in Nürnberg kämpft für einen Freiraum! Alternative Kultur braucht Räume!

Ein sehr guter Beitrag zum Thema selbstverwaltete Jugendzentren.

Hier geht es um das Projekt 31 in Nürnberg, dass mit ganz ähnlichen Problemen zu kämpfen hat wie wir in Bad Segeberg.

Typisch ist hier auch die Hinhalte-Taktik der Politikerinnen…

Sie suchen schon seit 10 Jahre nach einem
geeigneten Haus und geben trotzdem nicht auf.

Das hat großen Respekt verdient!

Da sollten wir uns mal ne Scheibe von abschneiden!

9 Tage hinter den Barrikaden

September 1986 in Kopenhagen. Ein seit 3 Jahren besetztes Haus soll von der Polizei geräumt und anschließend abgerissen werden. Die etwa 60 Bewohner des Hauses sind aber gut darauf vorbereitet: es werden Barrikaden gebaut, Steine und Molotovcocktails bereitgestellt und das ganze Viertel abgeriegelt. Die dort noch verbliebenen “Zivilisten” (das trifft es recht gut, denn die Besetzter tragen zum Großteil einheitliche Arbeitsmonturen, Sturmhauben und Helme) solidarisieren sich mit den Besetzern, und auch von außerhalb kommt Hilfe in Form von Essen, Geld und tatkräftiger Unterstützung beim Barrikadenbau. Ein Angebot das Haus zu kaufen und mit der Stadtverwaltung einen Deal zu machen schlägt der sozialdemokratische Bürgermeister aus, die Medien verbreiten üble Lügen über die Besetzer. Insgesamt 9 Tage kann die Polizei davon abgehalten werden das Viertel zu stürmen, dann erst sehen sich die Besetzer gezwungen den Widerstand aufzugeben.

Die ganze Zeit mit dabei war eine dänischen Dokumentationsgruppe, die während der neun Tage dauernden Verteidigung der Besetzung bei fast allen Aktionen und Alltagssituationen filmen konnte. Ihr gelang so ein Portrait des Lebens hinter den Barrikaden von den Leuten, die sich entschlossen hatten, das Haus militant zu verteidigen.

Topf & Söhne Erfurt – Besetzung auf Täterort

Lesung „Topf & Söhne – Besetzung auf einem Täterort“

»Wir, eine Gruppe politisch engagierter Menschen aus Erfurt, haben heute am 12. April um 9:00 Uhr das ehemalige Firmengelände des Nazi-Betriebs Topf & Söhne besetzt« – so begann die Pressemitteilung, mit der sich die Besetzer_innen 2001 an die Öffentlichkeit gewandt hatten.

Die Hausbesetzung auf dem ehemaligen Gelände der Erfurter Firma Topf & Söhne, die in der Zeit des Nationalsozialismus Krematoriumsöfen für Vernichtungslager hergestellt hatte, war in den 2000´er-Jahren eines der bekanntesten linksradikalen Projekte in Deutschland.

Auf über 10.000 Quadratmetern besetzter Industriebrache wurden acht Jahre lang eine ungeheure Breite von Projekten realisiert. Zu Beginn kamen diese noch weitgehend aus dem direkten Kreis der Besetzer_innen, aber im laufe der Zeit entfaltete sich auf dem Gelände ein dynamisches Netz von höchst unterschiedlichen Projekten und Einzelpersonen, die immer wieder neu ihre Position zueinander und zur Restwelt aushandelten. Die extreme Unterschiedlichkeit der Nutzer_innen hat zu Konflikten geführt, aber auch eine produktive Spannung aufgebaut, aus der Prozesse entstanden sind, die weder in einem reinen Punkerschuppen noch in einer studentischen Politgruppe möglich gewesen wären. Die Geschichte der Besetzung eines Täterorts endete mit der gewaltsamen Räumung des Projekts am 16. April 2009.

Es bleibt, wie es in einem der letzten Texte heißt, den Besetzer_innen des ehemaligen Topf & Söhne-Geländes für 2920 wunderbare, chaotische, streitsame und verrückte Tage zu danken und darauf hinzuweisen, dass die wechselhafte Geschichte von Hausbesetzungen in Erfurt seit 1989 vor allem eins beweist: Dass es immer wieder gelingt, kreativ und subversiv selbstverwaltete Räume zu erkämpfen. In diesem Sinne möchte dieses Buch weniger zur nostalgischen Rückschau verleiten als Mut machen für neue Besetzungen.

Bei den Veranstaltungen werden einige Autor_innen des Buches ausgewählte Texte vorstellen und einen Überblick über die Zeit der Besetzung und die Geschichte der Firma Topf & Söhne geben.

Bad Segeberg:

Donnerstag den 14.02.2013 in der Buchhandlung
Das Druckwerk um 19.30 Uhr in der Kurhausstr. 4

Kiel:

Samstag den 16.02.2013 in der Alten Meierei um 18.00 Uhr
im Hornheimer Weg 2. Anschließend ein Konzert und Vokö.

Squat your City!!!

03.02.2013: Freiraum-Plenum in Bad Oldesloe

Am Sonntag den 03. Februar 2013 gibt es wieder ein Freiraum-Plenum.

Wir treffen uns diesmal um 14.00 Uhr im Inihaus in Bad Oldesloe (Bibliothek).

Alle die in Freiräumen (alternativen Wohn- und Kulturprojekten)
aktiv sind oder diese unterstützen wollen, sind herzlich willkommen!

350 Menschen für neues Alternatives Zentrum

Demospitze

Infoarchiv Norderstedt

Mehrere hundert Menschen haben heute (01.12) in Bad Segeberg für ein neues, selbstverwaltetes Jugendzentrum demonstriert. Sie reagierten damit auf Räumung und Abriss des linksalternativen Hotel am Kalkberg (HaK). Polizeikräfte in Kampfmontur, hinter dem Demonstrationszug.

Überzogener Polizeieinsatz – Circa 300 Beamte im Einsatz

Die auch aus Bad Oldesloe, Hamburg und Lübeck angereisten TeilnehmerInnen versammelten sich zunächst am ehemaligen Güterbahnhof zu einer Kundgebung und zogen dann auf einer längeren Route um den Kalkberg. Zwischenkundgebungen wurden unter anderem vor dem Amtsgericht, einem zwischenzeitlich aus Ausweich-Objekt gehandelten Gebäude und dem HaK-Grundstück gehalten. Begleitet wurde der Aufzug von einem fast schon grotesken Polizeiaufgebot: Drei Wasserwerfer und mehrere Hundertschaften Bereitschaftspolizei sorgten dafür, dass sich kaum ein Passant näher an den Aufzug heranwagte – verschafften der Demonstration aber auch erhöhte Aufmerksamkeit.

Derweil erhoben Aktive des „Hotels“ und SympathiesantInnen in verschiedenen Redebeiträgen erneut Vorwürfe gegen Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) und die Segeberger Stadtverwaltung. Die nämlich würden nicht in ihr engeres Konzept passende Jugendeinrichtungen konsequent und alternativlos aus der Stadt drängen – auch gegen offizielle Beschlusslagen. So habe die Stadtvertretung einst den Auftrag erteilt, mit dem HaK über einen neuen Nutzungsvertrag zu verhandeln – was Schönfeld bekanntlich nie wirklich umgesetzt hat. Außerdem sei die Skateranlage an der Backofenwiese abgerissen- und trotz entsprechender Ankündigung nicht an anderer Stelle wieder eingerichtet worden. Sowohl das HaK, als auch die Skateranlage werden übrigens durch Parkplätze ersetzt.

Zur Demo aufgerufen hatten verschiedene linke Gruppen, die HaK-AktivistInnen selbst, aber auch die Partei DIE LINKE und die Segeberger Jusos, sie alle fordern jetzt ein neues, selbstverwaltetes Jugendzentrum. In einem Aufruf kritisierte der SPD-Nachwuchs indirekt auch „seinen“ Bürgermeister Dieter Schönfeld: „Über Jahre hinweg wurde die ´Idee Hotel am Kalkberg´ an Maßstäben seitens der Politik festgemacht, die weder gerechtfertigt, noch angemessen waren. Hier hätten wir uns mehr Vernunft und Zugeständnisse von denen erwartet, die dies von den Jugendlichen immer eingefordert haben.“ Wenn man einerseits bei der Jugendarbeit spare, stattdessen aber Projekte wie das Millionengrab FehMare, das hochdefizitäre Noctalis oder auch die Seepromenade in den Mittelpunkt der eigenen Politik stelle, „muss etwas aus dem Lot geraten sein“, so Juso-Sprecher Alexander Wagner.

www.infoarchiv-norderstedt.org